Zwischen Leerständen …

Zwischen Leerständen und Zwangsräumung

Zum Beispiel Sevilla.

Viele Menschen müssen ihre Wohnungen verlassen, weil die Miete erhöht wird (etwa um die Stadtkasse zu füllen), weil sie Hypotheken nicht mehr zahlen können, weil sie arbeitslos sind. 2012 waren in der Provinz Sevilla fast 1700 Familien von Zwangsräumungen betroffen.

Einige besetzen seit Jahren leerstehende Wohnblöcke, bevorzugt solche, die Banken gehören. Dort haben sie ein Dach über dem Kopf. Mehr nicht. Meist gibt es weder Strom noch Wasser, beide werden oft kurz nach der Besetzung abgestellt, dafür werden Brunnen errichtet.

Die Notlage schweißt jedoch auch zusammen. Gemeinsam organisiert man sich, protestiert, hängt Transparente, nutzt die Chancen des Internets für Öffentlichkeitsarbeit. Oft werden die Häuser schon nach wenigen Wochen wieder geräumt. Manchmal kann man sich auch mit den Besitzern über die Miete einigen.

In Andalusien liegt die offizielle Arbeitslosenquote bei 36 %, die Jugendarbeitslosigkeit bei 62 %. Die Wohnungsnot ist besonders groß: Zwischen 2007 und 2012 verloren 77.500 Familien ihr Obdach, in ganz Spanien waren es schätzungsweise 400.000. Dabei stehen allein in der Provinz Sevilla rund 125.000 Wohnungen leer.

Quelle: Dorothea Wuhrer, Fünf Jahre stand, die Hoffnung leer, online in: http://www.woz.ch/1311/spanien/fuenf-jahre-stand-die-hoffnung-leer, WOZ Nr. 11/2013 vom 14.03.2013.

(c) SK

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